Frequenzraum – Ein Interview

Eine kurze Einleitung von Vincent Hale

Der Weg zum Proberaum von Logical Voice führt durch ein altes Industriegebiet am Rand der Stadt.
Zwischen Werkstätten, Lagerhallen und verblassten Firmenschildern würde niemand vermuten, dass hinter einer unscheinbaren Metalltür Musik entsteht,
die irgendwo zwischen Melancholie, Wut und Hoffnung ihren Platz gefunden hat.

Schon draußen hört man dumpfe Bassschläge durch die Wände. Nicht laut,
eher wie ein entferntes Herzklopfen aus einem anderen Raum.

Vor dem Eingang stehen mehrere Flightcases, daneben lehnt etwas schief ein verblasstes ‚No-Smoking‘-Schild an der Wand,
das offenbar schon bessere Tage gesehen hat.
Aus einem gekippten Fenster dringt für wenige Sekunden ein düster verzerrtes Gitarrenriff nach draußen, bevor plötzlich Gelächter folgt.

Als die Tür geöffnet wird, schlägt einem warme Luft entgegen. Der Geruch nach Technik, Kaffee und Proberaumstaub liegt schwer im Raum.

Noch bevor jemand etwas sagt, hört man aus dem Inneren bereits Gelächter.
Die Tür öffnet sich abrupt, und noch bevor man überhaupt etwas sagen kann, steht Chargelle Sparks grinsend im Türrahmen.
Warme Luft schlägt einem entgegen. Der Geruch nach Technik, Kaffee und Proberaumstaub liegt schwer im Raum.

„Ah, endlich. Ich dachte schon, Frequenzraum hätte uns vergessen.“

Ohne wirklich auf eine Antwort zu warten, dreht sie sich bereits wieder um und verschwindet zurück in den Raum.
Der Proberaum wirkt größer als erwartet. Kabel ziehen sich quer über den Boden, mehrere Gitarren lehnen an Verstärkern,
dazwischen halb geleerte Kaffeebecher, Notizzettel und Effektpedale in allen möglichen Größen.

Der Proberaum wirkt trotz der vielen Technik erstaunlich ordentlich.
Zwischen Kabeln, Gitarrenständern und Flightcases scheint alles seinen festen Platz zu haben.
Nichts wirkt geschniegelt oder perfekt organisiert, aber auch nichts zufällig hingeworfen.
Es ist eher die Art von Chaos, die entsteht, wenn ein Raum tatsächlich jeden Tag benutzt wird.

Aus einer Ecke hört man Svenik Spike mit irgendjemandem über Synthesizer diskutieren.
Volkan sitzt tief zurückgelehnt auf einem alten Sofa und beobachtet das Ganze mit sichtbar amüsierter Ruhe, die Füße entspannt auf einem Hocker abgelegt.
Alex Thunder spielt beinahe gedankenverloren mit Drumsticks auf seinem Knie herum, während Vatima entspannt auf einem Verstärker sitzt und das Geschehen schweigend verfolgt.

Etwas abseits sitzt Isara Vale am Schreibtisch und scheint völlig in irgendetwas vertieft zu sein.
Chargelle Sparks lehnt mit einem leichten Grinsen an der geöffneten Tür, als hätte sie bereits genau gewusst, wann wir auftauchen würden.

Von Grisualik fehlt zunächst jede Spur.
Auch Aise scheint nicht da zu sein – obwohl genau ihr Name in den letzten Monaten immer wieder rund um Logical Voice gefallen ist.

„Perfektes Timing“, meint Volkan grinsend.
Wir haben gerade erst aufgehört, uns gegenseitig anzublöken.

Noch bevor jemand darauf reagieren kann, ertönt von der anderen Seite des Raumes nur ein trockenes:
„Määääh“ von Isara.

Für einen kurzen Moment herrscht Stille. Dann lacht plötzlich der ganze Raum.

Isara Vale hebt dabei nicht einmal den Blick.

Genau in diesem Moment öffnet sich die Tür zum angrenzenden Studio erneut.

Grisualik bleibt kurz im Türrahmen stehen, sieht in die lachende Runde und schüttelt grinsend den Kopf.

„Ich hab das Gefühl, ich will gar nicht wissen, worum es diesmal ging.“

„Zu spät“ wirft Chargelle sofort ein.
„Du bist jetzt Teil davon.“

Grisualik lässt sich schließlich neben Volkan auf das Sofa fallen.
Die beiden knuffen sich kurz gegenseitig gegen die Schulter, bevor Volkan grinsend den Kopf schüttelt.

„Du hast Glück. Diesmal ging’s noch nicht um dich.“

Beide lachen.

Der einzige freie Platz im Raum befindet sich direkt gegenüber vom Sofa – ein alter, leicht eingesessener Sessel,
der vermutlich schon deutlich mehr Bandproben als Interviews erlebt hat.

Noch bevor man wirklich fragen kann, ob das der vorgesehene Platz ist, nickt Grisualik bereits grinsend in Richtung Sessel.

„Keine Sorge“, meint Volkan trocken.
„Der hält normalerweise.“

Wieder geht ein kurzes Lachen durch den Raum.

Während das Aufnahmegerät vorbereitet wird, fällt schnell auf, dass sich hier niemand künstlich in Szene setzt.
Niemand wirkt vorbereitet auf ein klassisches Interview. Eher so, als hätte man versehentlich einen echten Moment zwischen Freunden betreten.

Für einen kurzen Moment wird es im Raum ungewohnt ruhig.

Vatima zieht die Beine auf den Verstärker,
Svenik dreht irgendwo im Hintergrund noch an einem Synthesizer herum und Isara scheint weiterhin völlig in ihrer Welt verschwunden zu sein.

Logical Voice wirken dabei weniger wie eine klassische Band, die auf ein Interview wartet, sondern eher wie eine Gruppe Menschen,
die zufällig gemeinsam Musik macht – und genau deshalb funktioniert.

Die erste Frage ergibt sich fast automatisch.

Frequenzraum:
„Wenn man euch hier so sitzen sieht, wirkt vieles erstaunlich entspannt.

Gleichzeitig sind eure Songs oft ziemlich schwer. Wie entsteht aus genau dieser Mischung eigentlich Logical Voice?“

Volkan:
„Therapie wäre wahrscheinlich teurer geworden.“

Wieder geht ein kurzes Lachen durch den Raum.

Chargelle:
„Volkan beantwortet Interviews grundsätzlich erst mal mit maximal fünf Prozent Ernsthaftigkeit.“

Volkan:
„Das stimmt überhaupt nicht. Heute sind’s mindestens sieben.“

Vatima schüttelt grinsend den Kopf, während Grisualik kurz nachdenklich zur Decke schaut, als würde er die eigentliche Antwort erst sortieren.

Grisualik:
„Ich glaube, wir versuchen einfach nicht so zu tun, als wäre immer alles perfekt. Die Songs entstehen oft aus schweren Gedanken oder Dingen,
die uns beschäftigen. Aber das heißt nicht automatisch, dass wir deshalb den ganzen Tag schweigend im Dunkeln sitzen.“

Chargelle:
„Wäre auch schwierig. Svenik würde nach zehn Minuten anfangen, Synthesizergeräusche nachzumachen.“

Aus der hinteren Ecke ertönt sofort ein demonstrativ künstliches elektronisches Summen.

Alex Thunder lacht leise.
„Zu spät.“

Grisualik grinst kurz und lehnt sich etwas zurück.

„Apropos ‚zu spät‘… wo ist Aise eigentlich? Sie wollte doch auch mitmachen?“

Für einen kurzen Moment wandern mehrere Blicke durch den Raum.

Vatima lächelt nur leicht.

„Du kennst sie doch.“

Mehr sagt sie nicht.

Volkan schüttelt grinsend den Kopf.
„Das war übrigens schon die ausführliche Antwort.“

Frequenzraum:
„Viele eurer Songs wirken sehr persönlich, gleichzeitig aber offen genug,

dass sich viele Menschen darin wiederfinden können. Ist das Absicht oder passiert das einfach?“

Grisualik:
„Vermutlich beides.“

Chargelle:
„Wäre auch komisch, wenn wir erst eine Zielgruppenanalyse machen würden, bevor jemand einen Text schreibt.“

Volkan:
„Obwohl Svenik das wahrscheinlich spannend fände.“

Svenik:
„Kommt auf die Tabelle an.“


Frequenzraum:
„Die Stimmung in euren Songs schwankt oft zwischen Hoffnung und völliger Erschöpfung.

Gibt es bei euch überhaupt so etwas wie klare Botschaften?“

Vatima:
„Nicht immer. Manche Songs sind eher ein Zustand.“

Isara:
„Oder ein Gedanke, der nicht weggeht.“

Frequenzraum:
„Wie entstehen Songs bei Logical Voice eigentlich? Chaotisch oder geplant?“

Alex Thunder:
„Ja.“

Chargelle:
„Das beschreibt leider wirklich alles.“

Frequenzraum:
„Man hat manchmal das Gefühl, dass eure Songs live ein Eigenleben entwickeln.“

Volkan:
„Tun sie auch.“

Grisualik:
„Manche Lieder verändern sich mit den Jahren. Nicht unbedingt musikalisch. Aber emotional.“

Vatima:
„Und manchmal plötzlich in drei Sprachen.“

Frequenzraum:
„Gibt es Songs, die euch heute näher gehen als früher?“

Für einen kurzen Moment wird es ruhiger im Raum.

Grisualik:
„Leider ja.“


Frequenzraum:
„Wie viel von euch selbst steckt wirklich in Logical Voice?“

Chargelle:
„Zu viel.“

Volkan:
„Definitiv zu viel.“

Vatima:
„Genug, damit es ehrlich bleibt.“

Frequenzraum:
„Ihr wirkt gleichzeitig sehr unterschiedlich und trotzdem extrem eingespielt. Wie funktioniert das?“

Alex Thunder:
„Keiner von uns versucht, jemand anderes zu sein.“

Isara hebt kurz den Blick.

„Wäre auch anstrengend genug.“

Frequenzraum:
„Und wer verliert bei euch im Proberaum am ehesten die Geduld?“

Alle zeigen gleichzeitig auf Volkan.

Volkan:
„Das ist Propaganda.“

Noch bevor jemand weiterreden kann, wird die Tür zum Proberaum plötzlich mit Schwung aufgerissen.

„Ich habe alles versucht.“

Die raue Stimme ist sofort unverkennbar.

Aise steht grinsend im Türrahmen, während irgendwo zwischen Sofa, Verstärkern und Synthesizern bereits das erste genervt-amüsierte:
„Ja ja…“
durch den Raum geht.

Wenige Sekunden später lacht wieder der gesamte Proberaum.

Aise begrüßt jeden kurz mit einer Umarmung, als wäre sie nie wirklich weg gewesen.
Selbst ich werde ohne zu zögern mit in diese völlig selbstverständliche Begrüßungsrunde aufgenommen,
bevor sie sich schließlich grinsend neben Vatima auf den Verstärker fallen lässt.

„Hab ich was Wichtiges verpasst?“

Volkan:
„Nur ungefähr drei Identitätskrisen und einen kaputten Synthesizer.“

Svenik hebt sofort protestierend den Kopf.
„Der ist nicht kaputt.“

Alex Thunder:
„Noch nicht.“

Frequenzraum:
„Logical Voice wirken heute fast wie eine Band, die sich schon ewig kennt.

War das von Anfang an so oder hat sich das erst mit der Zeit entwickelt?“

Für einen kurzen Moment schauen sich mehrere Bandmitglieder grinsend an.

Grisualik:
„Eigentlich fing alles viel früher an, als Logical Voice überhaupt existierten.“

Volkan nickt sofort.
„Leider ja.“

Wieder geht ein leises Lachen durch den Raum.

Grisualik:
„Die Idee zu LV hatte ich tatsächlich schon vor Jahrzehnten im Kopf.
Nicht komplett ausgearbeitet oder so.
Eher dieses Gefühl, irgendwann etwas Eigenes aufzubauen.
Musik, die emotional ist, aber trotzdem nicht völlig im Selbstmitleid versinkt.“

Volkan:
„Das klappt bis heute nur bedingt.“

Chargelle grinst sofort.
„Du bist aber auch nicht gerade die Sonne der Band.“

Volkan hebt nur ergeben die Hände.

Grisualik:
„Volkan und ich kennen uns noch aus der Jugendzeit.
Uns war eigentlich ziemlich früh klar, dass wir irgendwann Musik zusammen machen würden.
Das Problem war nur: Bass, Keyboard und Gesang allein machen noch nicht automatisch eine Band.“

Volkan:
„Außer vielleicht im sehr experimentellen Bereich.“

Svenik hebt kurz den Finger.
„Ich hätte da Ideen.“

Alex Thunder lacht leise.
„Bitte nicht.“

Grisualik:
„Irgendwann musste ich wieder an Chargelle denken.
Die hatte damals schon Auftritte im Jugendzentrum und war auf der Bühne ungefähr das komplette Gegenteil von ruhig.“

Chargelle:
„War?“

Wieder Gelächter.

Grisualik:
„Und sie war es letztendlich auch, die Isara mitgebracht hat.“

Der Blick im Raum wandert fast automatisch kurz zu Isara, die noch immer halb zwischen Pedalboard und Gitarrenkoffern sitzt.

Isara hebt nur kurz den Blick.
„Ich wusste damals noch nicht, worauf ich mich einlasse.“

Volkan:
„Wir ehrlich gesagt auch nicht.“

Frequenzraum:
„Und Alex?“

Alex Thunder dreht einen Drumstick zwischen den Fingern und grinst leicht.

„Sagen wir mal so… meine alte Band hatte leichte Existenzprobleme.“

Chargelle:
„Leicht ist optimistisch.“

Alex:
„Sie existiert zumindest sehr konsequent nicht mehr.“

Selbst Isara muss kurz lachen.

Grisualik:
„Mit Alex klang plötzlich vieles zum ersten Mal wirklich rund. Nicht perfekt, aber nach Band.“

Für einen kurzen Moment wird es etwas ruhiger im Raum.

Grisualik:
„Trotzdem hatten wir alle das Gefühl, dass noch irgendwas fehlt.“

Vatima lächelt leicht.
„Und dann haben sie Svenik irgendwo eingesammelt.“

Svenik wirkt gespielt empört.
„Das klingt, als hätten sie mich neben einem Container gefunden.“

Volkan:
„Die Erinnerung kann täuschen.“

Svenik:
„Ich hasse euch alle.“

Chargelle:
„Nein.“

Alex:
„Nur fast.“

Wieder Gelächter.

Grisualik:
„Ab da wurde aus einzelnen Leuten langsam wirklich Logical Voice.
Chaotisch, laut, manchmal völlig planlos… aber irgendwie hat die Chemie von Anfang an funktioniert.“

Frequenzraum:
„Erinnert ihr euch noch an die ersten Songs?“

Mehrere Stimmen gleichzeitig:
„Leider ja.“

Vatima beginnt sofort zu lachen.

Volkan:
„Einer der ersten Songs war tatsächlich ‚Ich bin doof, und Du weißt gar nichts‘.“

Frequenzraum:
„Ausgerechnet der?“

Chargelle:
„Der verfolgt uns bis heute.“

Vatima lehnt sich grinsend zurück.
„Und inzwischen existieren gefühlt zwölf verschiedene Versionen davon.“

Aise:
„Mindestens.“

Grisualik:
„Eigentlich wollten wir damals erstmal nur hören, wie die Songs mit einer weiblichen Stimme funktionieren.“

Volkan grinst sofort.
„Und dann kam Vatima.“

Vatima lacht leise.
„Ihr habt alle geguckt, als würde gleich ein Bewerbungsgespräch anfangen.“

Chargelle:
„Naja… irgendwie war es das ja auch.“

Vatima:
„Ich kannte die Band natürlich vorher schon. Vor allem ‚Ich bin doof, und Du weißt gar nichts‘.“

Svenik:
„Leider.“

Vatima grinst sofort zurück.

„Mein erster Satz war damals ungefähr:
‚Ihr glaubt wohl, ich bin doof und ihr wisst gar nichts?‘“

Noch bevor jemand weiterreden kann, beginnt Volkan bereits zu lachen.

Grisualik:
„Und ab da wurde es eigentlich interessant.“

Vatima lehnt sich leicht zurück.

„Ich hab damals einfach gesagt:
Hört euch das Lied mal auf Englisch an.“

Für einen kurzen Moment wird es im Raum etwas ruhiger, fast so,
als würden sich plötzlich alle an denselben Moment erinnern.

Grisualik:
„Und dann fing sie einfach an zu singen.“

Alex Thunder nickt langsam.
„Mit diesem orientalischen Einschlag.“

Chargelle:
„Da wussten wir eigentlich sofort, dass sich gerade irgendwas verändert.“

Volkan:
„Vor allem, weil plötzlich niemand mehr geredet hat.“

Vatima:
„Das passiert bei euch sonst eher selten.“

Grisualik:
„Der Anfang vom Auftritt war eigentlich komplett normal. Die Leute kannten das Lied bereits,
ich hab die erste Strophe und den Refrain ganz normal auf Deutsch gesungen.“

Alex Thunder:
„Zumindest dachte das Publikum noch, dass es ein gewöhnlicher Auftritt wird.“

Grisualik:
„Und dann war da plötzlich diese zweite Stimme.“

Für einen kurzen Moment wird es im Raum etwas ruhiger.

Grisualik:
„Erst nur im Hintergrund. Eine weibliche Stimme im Refrain.“

Chargelle grinst sofort.
„Und sofort gingen überall diese typischen ‚Moment mal…‘-Blicke los.“

Volkan:
„Die Leute waren komplett verwirrt.“

Vatima lacht leise.
„Das war eigentlich das Lustigste daran.“

Grisualik:
„Die orientalischen Elemente kamen langsam dazu, aber niemand wusste erstmal, woher diese Stimme überhaupt kam.“

Alex:
„Man hat richtig gemerkt, wie die Leute versucht haben herauszufinden, was da gerade passiert.“

Grisualik:
„Und irgendwann hab ich einfach die Bühne mit einer Geste an Vatima übergeben.“

Vatima lehnt sich grinsend zurück.

„Ab da gab’s kein Zurück mehr.“

Grisualik:
„Sie kam auf die Bühne und fing plötzlich an, das Lied komplett auf Englisch weiterzusingen.“

Volkan:
„Und ab diesem Moment war die Menge komplett dabei.“

Chargelle:
„Das war nicht mehr nur Überraschung. Die Leute waren begeistert.“

Alex Thunder nickt langsam.
„Da hat man zum ersten Mal gemerkt, dass Logical Voice plötzlich größer geworden sind als nur unsere ursprüngliche Idee.“

Vatima:
„Eigentlich wollten wir damals nur experimentieren.“

Volkan:
„Ja. Das ist offensichtlich eskaliert.“

Frequenzraum:
„Das klingt fast wie ein Déjà-vu.“

Mehrere Bandmitglieder grinsen sofort.

Frequenzraum:
„Vor allem, wenn man an die letzten Konzerte denkt.

Auch Aise ist plötzlich aufgetaucht, erst nur als Stimme,
später auf der Bühne. Gibt es da bewusst Parallelen?“

Vatima schaut für einen kurzen Moment grinsend zu Aise.

Aise lehnt entspannt am Verstärker und hebt nur leicht die Schultern.

„Vielleicht.“

Volkan:
„Hilfreich wie immer.“

Aise:
„Ich gebe mir Mühe.“

Wieder geht leises Lachen durch den Raum.

Frequenzraum:
„Und die Frage, die vermutlich spätestens jetzt kommen muss:

Ist Aise inzwischen Teil von Logical Voice?“

Für einen kurzen Moment wird es erstaunlich ruhig.

Dann schüttelt Grisualik langsam den Kopf.

Grisualik:
„Nein. Nicht offiziell.“

Vatima nickt leicht.
„Aise hat ihre eigenen musikalischen Projekte.“

Aise:
„Zum Glück.“

Volkan grinst sofort.
„Sie hat unsere Proben erlebt.“

Chargelle:
„Das überlebt nicht jeder.“

Alex Thunder:
„Einige Verstärker auch nicht.“

Wieder Gelächter.

Grisualik:
„Aber zwischen uns hat musikalisch einfach sofort etwas funktioniert.
Deshalb wird sie sicher immer wieder auftauchen. Im Studio genauso wie live.“

Vatima lächelt leicht.
„Manche Stimmen verschwinden halt nicht einfach wieder.“

Für einen kurzen Moment schaut Aise nur grinsend zurück, sagt aber nichts mehr.

Frequenzraum:
„Trotzdem fällt auf, dass zwischen euch beiden eine ziemlich besondere Dynamik herrscht.“

Vatima zieht nur leicht eine Augenbraue hoch.
„Tut sie das?“

Volkan lacht sofort.
„Jetzt wird’s gefährlich.“

Frequenzraum:
„Naja… viele Fans fragen sich inzwischen natürlich, ob euch mehr verbindet als nur Musik.“

Für einen kurzen Moment wird es im Raum auffallend ruhig.

Aise grinst bereits, noch bevor überhaupt jemand antwortet.

Chargelle beobachtet die Szene sichtbar amüsiert.

Vatima lehnt sich entspannt zurück.
„Menschen reden gerne.“

Frequenzraum:
„Das klingt nicht gerade nach einem Dementi.“

Aise:
„Das klingt nach Vatima.“

Wieder geht leises Gelächter durch den Raum.

Frequenzraum:
„Also keine Antwort?“

Vatima schaut kurz zu Aise.

Beide grinsen plötzlich gleichzeitig.

Für einen kurzen Moment wird es im Raum auffallend still.

Dann schüttelt Volkan nur lachend den Kopf.
„Ihr seid unmöglich.“

Frequenzraum:
„Die Chemie zwischen euch wirkt heute extrem natürlich.

War das von Anfang an so oder musste sich das erst entwickeln?“

Grisualik:
„Entwickelt natürlich schon. Aber die Grundlage war irgendwie sofort da.“

Alex Thunder nickt leicht.
„Es gab erstaunlich wenig Chaos dafür, dass so viele unterschiedliche Charaktere aufeinandergetroffen sind.“

Volkan:
„Das stimmt nicht. Es gab sehr viel Chaos.“

Chargelle:
„Ja, aber funktionierendes Chaos.“

Wieder geht leises Lachen durch den Raum.

Grisualik:
„Ich glaube, jeder hatte ziemlich früh seinen Platz gefunden. Nicht nur musikalisch, sondern generell innerhalb der Band.“

Frequenzraum:
„Wie meinst du das?“

Grisualik:
„Naja… niemand musste künstlich irgendetwas darstellen.
Volkan war von Anfang an Volkan. Chargelle war laut. Isara eher ruhig.
Und Alex hatte plötzlich genau diese rohe Energie, die uns vorher noch gefehlt hat.“
„Alex wirkte anfangs eigentlich erstaunlich ruhig. Bis man ihn ans Schlagzeug gesetzt hat.“

Alex hebt nur leicht die Schultern.
„Irgendwer musste ja professionell eskalieren.“

Volkan:
„Hat bis heute erschreckend gut funktioniert.“

Svenik:
„Ich widerspreche entschieden.“

Chargelle:
„Du bist der Grund, warum Alex überhaupt eskalieren MUSS.“

Svenik beginnt sofort zu lachen.

Grisualik:
„Auch musikalisch war relativ schnell klar, wer wo hingehört.
Niemand musste in irgendeine Rolle gedrückt werden. Das hat vieles einfacher gemacht.“

Frequenzraum:
„Also keine langen Machtkämpfe darüber, wer welchen Platz einnimmt?“

Für einen kurzen Moment wird es auffallend ruhig.

Dann hebt Isara langsam den Blick.

„Nur bei den Steckdosen.“

Für zwei Sekunden herrscht komplette Stille.

Dann lacht plötzlich der ganze Raum.

Frequenzraum:
„Was bei euren Konzerten auffällt:

Trotz klarer Rollen wirkt bei euch vieles erstaunlich flexibel.
Gerade Grisualik verschwindet manchmal plötzlich vom Mikrofon,
übernimmt Bass oder steht an den Tasten, während andere nach vorne rücken.“

Grisualik grinst leicht.
„Ich glaube, Logical Voice würden auf Dauer nicht funktionieren,
wenn jeder stur an genau einer Position festkleben würde.“

Volkan:
„Außer Svenik und Alex.“

Svenik hebt sofort den Finger.
„Einer muss hier schließlich verhindern, dass die Synthese völlig aus dem Ruder läuft.“

Alex Thunder grinst leicht.
„Und irgendwer muss den Laden rhythmisch zusammenhalten.“

Chargelle:
„Eigentlich wechseln wir alle ständig irgendwie die Rollen. Nur Isara und ich bleiben unseren Gitarren treu.“

Zum ersten Mal grinst Isara etwas sichtbar.

„Jemand muss hier ja musikalisch stabil bleiben.“

Alex:

„Svenik und ich sind da auch in unserer Welt gefangen“

Svenik:

„Aber das sehr gerne“

Frequenzraum:
„Hat sich diese Rollenverteilung einfach ergeben oder musste sich das erst einspielen?“

Grisualik:
„Die Grundrollen waren eigentlich ziemlich schnell klar verteilt.
Aber komplett starr war das Ganze nie.“

Volkan nickt leicht.
„Dafür waren wir musikalisch alle zu neugierig.“

Grisualik:
„Ich spiele mehrere Instrumente, deshalb war es für mich nie ungewöhnlich,
zwischendurch vom Gesang an den Bass oder an die Tasten zu wechseln.
Und bei manchen Songs funktioniert es einfach besser, wenn plötzlich jemand anderes vorne steht.“

Vatima:
„Gerade live verändert das manchmal komplett die Stimmung.“

Chargelle:
„Außerdem wäre es irgendwann langweilig geworden, wenn immer jeder exakt dasselbe machen würde.“

Alex Thunder:
„Stillstand funktioniert bei uns generell eher schlecht.“

Wieder geht leises Lachen durch den Raum.

Frequenzraum:
„Und Volkan?“

Volkan grinst sofort leicht.

„Naja… manche Songs funktionieren mit meiner Stimme einfach anders. Rohher vielleicht.“

Aise lehnt grinsend am Verstärker.
„Das ist eine sehr freundliche Beschreibung.“

Volkan zeigt gespielt empört auf sie.
„Jetzt pass mal auf.“

Wieder Gelächter.

Volkan:
„Manchmal glaube ich wirklich, ich hab in Aise endlich meine Meisterin gefunden.“

Für einen kurzen Moment wird es auffallend still.

Dann beginnt plötzlich der gesamte Raum gleichzeitig zu lachen.

Aise verbeugt sich grinsend leicht im Sitzen.
„Endlich sagt’s mal jemand.“

Vatima schüttelt lachend den Kopf.
„Jetzt wird sie wieder wochenlang unerträglich.“

Aise:
„Zu spät.“

Frequenzraum:
„Wenn man euch so zuhört,

wirkt Logical Voice trotz aller Härte oft erstaunlich emotional und nachdenklich.
Wird sich das auf zukünftigen Veröffentlichungen noch stärker zeigen?“

Für einen kurzen Moment schauen sich mehrere Bandmitglieder kurz an.

Grisualik nickt langsam.
„Definitiv.“

Vatima:
„Das nächste Album wird deutlich ruhiger.“

Frequenzraum:
„Ruhiger im Sinne von akustischer?“

Chargelle schüttelt sofort den Kopf.
„Nicht automatisch weich.“

Alex Thunder:
„Eher… konzentrierter.“

Grisualik:
„Der aktuelle Arbeitstitel ist ‚Zwischen Licht und Leere‘.“

Für einen kurzen Moment wird es etwas ruhiger im Raum.

Grisualik:
„Das Album wird emotionaler, direkter und teilweise deutlich reduzierter.
Weniger Druck über Lautstärke. Mehr Atmosphäre.“

Volkan:
„Punk muss halt nicht immer laut sein.“

Svenik hebt sofort den Finger.
„Das ist übrigens tatsächlich unser geplanter Untertitel.“

Frequenzraum:
„Und musikalisch? Bleibt ihr euch trotzdem treu?“

Vatima grinst leicht.
„Leider ja.“

Wieder geht leises Lachen durch den Raum.

Grisualik:
„Es wird trotzdem eindeutig Logical Voice bleiben. Nur mit mehr Raum zum Atmen.“

Frequenzraum:
„Man hört außerdem immer häufiger,

dass Isara auf dem neuen Material deutlich stärker im Vordergrund stehen soll.“

Zum ersten Mal wirkt Isara sichtbar leicht überrascht, überhaupt direkt angesprochen zu werden.

Chargelle grinst sofort breit.
„Endlich.“

Volkan:
„Wurde auch Zeit.“

Isara schüttelt nur leicht den Kopf.

„Ich hätte ehrlich gesagt nie gedacht, dass das irgendwann passiert.“

Frequenzraum:
„Wie kam es dazu?“

Für einen kurzen Moment wird es im Raum auffallend ruhig.

Dann beginnt Vatima plötzlich zu lachen.

„Wegen eines Weihnachtsliedes.“

Frequenzraum:
„Bitte was?“

Alex Thunder lehnt sich grinsend zurück.
„Das klingt erfunden, stimmt aber leider.“

Grisualik:
„Irgendwann während einer Probe hat Isara plötzlich angefangen,
‚Alle Jahre wieder‘ zu singen. Aber komplett in ihrer eigenen Art.“

Chargelle:
„Leicht sarkastisch.“

Volkan:
„Minimal zerstörerisch.“

Svenik:
„Und gleichzeitig wunderschön.“

Zum ersten Mal wirkt Isara leicht verlegen.

„Eigentlich war das nie ernst gemeint.“

Vatima:
„Tja. Pech gehabt.“

Wieder Gelächter.

Grisualik:
„Wir haben dann irgendwann angefangen,
gemeinsam am Text herumzuschreiben. Daraus wurde plötzlich ein komplett eigener Song.“

Frequenzraum:
„Und dabei wurde euch klar, dass Isara mehr singen sollte?“

Für einen kurzen Moment wird es erstaunlich ruhig.

Grisualik nickt langsam.

„Als wir den Song gemeinsam gesungen haben, war plötzlich allen klar,
dass diese Stimme nicht dauerhaft im Hintergrund bleiben kann.“

Chargelle:
„Vor allem, weil sie jedes Mal behauptet, sie könne eigentlich gar nicht richtig singen.“

Isara hebt nur leicht die Schultern.

„Kann ich ja auch nicht.“

Der gesamte Raum protestiert sofort gleichzeitig.

Frequenzraum:
„Eine Sache fällt allerdings auf: Egal wie chaotisch es hier manchmal wirkt,

sobald es um Musik geht, scheinen plötzlich alle dieselbe Sprache zu sprechen.“

Aise hebt grinsend den Kopf.
„Müzik zaten ayrı bir dil.“

Für einen kurzen Moment schaut der Reporter leicht irritiert in die Runde.

Vatima beginnt sofort zu lachen.

Vatima:
„Sie sagt, Musik ist ja eine Sprache für sich.“

Aise lehnt sich entspannt zurück.
„Siehst du? Funktioniert.“

Volkan:
„Das Problem ist eher, dass sie manchmal mitten in Proben plötzlich komplett auf türkisch diskutiert.“

Chargelle:
„Und Vatima antwortet dann einfach.“

Alex Thunder:
„Während der Rest von uns nur noch versucht herauszufinden, ob gerade jemand beleidigt wurde.“

Wieder geht Gelächter durch den Raum.

Aise grinst leicht.
„Vielleicht.“

Vatima:
„Das heißt übrigens nicht automatisch nein.“

Volkan lehnt sich gespielt erschöpft zurück.
„Und genau deswegen kriegen wir bei euren Gesprächen regelmäßig Angst.“Formularbeginn

Aise schaut ihn für einen Moment völlig ernst an.

„Sen aptalsın ve hiçbir şey bilmiyorsun.“

Für einen kurzen Moment herrscht völlige Stille.

Dann beginnt Vatima plötzlich laut zu lachen.

Volkan schlägt grinsend die Hände vors Gesicht.
„Oh nein… jetzt geht das wieder los.“

Frequenzraum:
„Ich habe das Gefühl, ich sollte dringend anfangen, türkisch zu lernen.“

Aise grinst nur leicht.
„Vielleicht.“

Frequenzraum:
„Bei allem Humor und Chaos merkt man trotzdem ziemlich schnell,

dass hinter Logical Voice viel echte Emotion steckt. Warum macht ihr diese Musik eigentlich?“

Für einen kurzen Moment wird es im Raum ungewöhnlich ruhig.

Grisualik schaut kurz zu den anderen, bevor er antwortet.

„Weil manche Dinge irgendwann raus müssen.“

Niemand unterbricht ihn diesmal.

Grisualik:
„Ich glaube, viele Songs wären nie entstanden,
wenn wir bestimmte Gedanken oder Gefühle einfach hätten ignorieren können.“

Vatima nickt langsam.
„Musik macht Dinge manchmal leichter verständlich.
Selbst wenn man sie nicht komplett erklären kann.“

Volkan:
„Und manchmal auch einfach erträglicher.“

Aise lehnt sich leicht zurück.
„Oder gefährlicher.“

Chargelle grinst.
„Kommt auf den Verstärker an.“

Wieder geht leises Gelächter durch den Raum.

Frequenzraum:
„Und wenn ihr nach vorne schaut – was wünscht ihr euch für Logical Voice?“

Alex Thunder dreht langsam einen Drumstick zwischen den Fingern.
„Dass wir uns niemals anfangen zu wiederholen.“

Svenik:
„Dass die Leute unsere Musik fühlen und nicht nur nebenbei hören.“

Chargelle:
„Mehr Bühnen. Mehr Chaos.“

Vatima lächelt leicht.
„Mehr echte Momente.“

Aise:
„Mehr Nächte, die man nicht vergisst.“

Für einen kurzen Moment wird es still.

Dann schaut der Reporter langsam in die Runde.

Frequenzraum:
„Ich glaube ehrlich gesagt, ich würde mich jederzeit über ein weiteres Interview freuen.“

Volkan grinst sofort.
„Das sagen sie am Anfang alle.“

Wieder Gelächter.

Grisualik lehnt sich leicht zurück und schaut für einen Moment durch den Raum.

„Vielleicht Menschen, die sich ändern.“

Für einen Moment sagt niemand etwas.

Dann lächelt er schwach.

„Vieles kann still werden, aber ich glaube nicht,
dass die Stimme irgendwann verstummen wird.“

Frequenzraum:
„Danke für dieses Gespräch – und vermutlich auch für eines der ungewöhnlichsten Interviews,

die wir jemals führen durften.
Wir wünschen Logical Voice alles Gute für die kommenden Projekte,

viele unvergessliche Nächte, volle Bühnen und vor allem,
dass diese besondere Stimme noch lange hörbar bleibt.“

Fazit:

Frequenzraum:

Als das Aufnahmegerät langsam ausgeschaltet wird, wirkt der Raum für einen kurzen Moment ungewohnt ruhig.
Nicht leer – eher angenehm erschöpft.
Zwischen halb geleerten Kaffeebechern, verstreuten Notizzetteln
und leise vor sich hin blinkender Technik sitzt keine Band, die versucht, irgendeinem Bild zu entsprechen.

Logical Voice wirken nicht wie ein durchgeplantes Konzept.
Eher wie Menschen, die sich irgendwo zwischen Melancholie, Chaos, Humor und Musik gegenseitig gefunden haben.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum ihre Songs trotz aller Härte nie vollkommen kalt wirken.
Hinter jeder Zeile, jedem sarkastischen Kommentar und jeder verzerrten Gitarre steckt spürbar etwas Echtes.

Selbst in den lautesten Momenten scheint Logical Voice nie einfach nur laut sein zu wollen.
Es geht um Atmosphäre.
Um Gefühle.
Um Gedanken, die manchmal unbequem werden dürfen.

Und vielleicht auch genau deshalb funktioniert diese Band so gut:
Weil hier niemand versucht, perfekt zu wirken.

Während draußen langsam die Abenddämmerung zwischen den alten Industriehallen verschwindet,
wird im Hintergrund bereits wieder über Synthesizer, Gitarrensounds und vermutlich völlig lebenswichtige Steckdosen diskutiert.

Irgendwo zwischen Gelächter, Musik und diesem merkwürdig vertrauten Chaos entsteht der Eindruck,
dass Logical Voice noch lange nicht am Ende ihrer eigenen Geschichte angekommen sind.

Und ehrlich gesagt:
Das ist vermutlich auch gut so.

Smalltalk nach dem Interview



Volkan und Grisualik – immer am Necken



Euer Vincent Hale (Freier Reporter Frequenzraum)